EAACI Food Allergy and Anaphylaxis Campaign

10. April 2014

7 – 14 April 2014

Bildschirmfoto 2014-04-10 um 11.14.36

Bild Stop AnaphylaxisMehr als 17 Millionen Menschen in Europa leiden an Lebensmittelallergien und jedes vierte Schulkind in Europa lebt mit einer allergischen Erkrankung. Auch die Anzahl schwerer und potenziell lebensgefährlicher allergischer Reaktionen (Anaphylaxien) aufgrund von Lebensmittelallergien bei Kindern steigt kontinuierlich an. Aufgrund dieser besorgniserregenden, statistischen Daten hat die European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) im Juni 2012 ihre Stop Anaphylaxis! Food Allergy Campaign ins Leben gerufen.
Der breiten Öffentlichkeit und auch der Politik sollen der sprunghafte Anstieg anaphylaktischer Reaktionen, besonders bei Kindern, ins Bewusstsein gerufen werden. Darüber hinaus sollen die Auslöser und Anzeichen einer anaphylaktischen Reaktion bekannter gemacht werden, ebenso wie die besten Erste-Hilfe-Maßnahmen, sollte der Notfall eintreten.

 

Die EAACI hat eine Deklaration erarbeitet, die die Entscheidungsträger der EU, die im Gesundheitswesen Tätigen und die Öffentlichkeit dazu aufrufen konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Umgang mit und die Behandlung von Lebensmittelallergien und Anaphylaxien zu verbessern.

Food Allergy & Anaphylaxis Public Declaration Combined

Flyer StopAnaphylaxisDE


Keine Aprilscherz: Knallige Birkenpollensaison 2014

8. April 2014

10 Fakten zur Baumpollen-Allergie

Birkenbluete Berlin 2014 (Birke in voller Blüte, Berlin, 4-2014, Foto: J. Kleine-Tebbe)

  1. Hasel- u. Erlenpollen waren 2014 schon seit Januar u. besonders im Februar u. März unterwegs, sowohl im Osten als auch im Westen (die schönsten Pollenkurven im Netz bei Dr. Wachter: http://www.pollenflug-nord.de).
  2. Birkenpollen – sonst zwischen Anfang und Mitte April am Start – waren bereits in der 2. Märzhälfte reif (besonders im Westen durch milde Temperaturen); warme Tage zum Beginn des Aprils brachten absolute Spitzenbelastungen!
  3. Ihr wichtigstes Hauptallergen – Majorallergen Bet v 1 (von Betula verrucosa) – ist seit 30 Jahren bekannt (Der Dank gebührt dänischen Wissenschaftlern: Henrik Ipsen und Henning Løwenstein)
  4. Die Bet v 1-Familie beherbergt viele strukturähnliche Proteine (Allergene):
  5. Darin liegt die Ursache sogenannter Kreuzreaktionen
    a) gegen Hasel-, Erlen-, Buchen- und Eichenpollen mit ähnlichen Major-Allergenen
    b) gegen pflanzliche Nahrungsmittel (=häufigste Form der Nahrungsmittelallergie im Jugendlichen- und Erwachsenenalter) mit Bet v 1-homologen Allergenen, z. B. gegen Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen, Kiwi, Feigen, Haselnüsse, Walnüsse, Karotten, Sellerie, Soja u.a.
    TIPP für Betroffene: Nur das meiden, was nicht vertragen wird!
  6. Bet v 1-homologe Allergene sind a) thermo- und b) säurelabil:
    a) daher machen nur die rohen Nahrungsmittel Probleme;
    b) häufig  bleiben die Reaktionen auf die Mundhöhle und den Rachen beschränkt.
  7. Manchmal reagieren Birkenpollen-Allergiker auch heftig: z.B. auf Haselnüsse, Karotten, Sellerie oder Soja (nur auf rohes, ungegartes Protein!)
  8. Inzwischen gilt die Bet v 1-assoziierte Soja-Allergie (bei Birkenpollen-Allergikern) als häufigste Form einer Soja-Allergie in Nord- und Mitteleuropa.
  9. Wirksame Pharmaka bei Pollenflug sind wie bei anderen allergischen Atemwegsbeschwerden Kortison-haltige Asthma- bzw. Nasensprays und nicht-sedierende Antihistaminika als Tabletten, Augentropfen und Nasensprays. VORSICHT: Kortison-Depotspritzen ins Gesäß…diese Injektionen legen für einige Wochen die Kortisonachse lahm, können Dellen im Fettgewebe hinterlassen und werden nicht empfohlen.
  10. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlung, die nachhaltig die Beschwerden (und den Medikamentenverbrauch) in der Baumpollen-Saison lindern und außerdem Asthma und Neu-Sensibilisierungen vorbeugen kann.

Berlin, 08.04.2014

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Aktuelle Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Institutes zum Aluminium in Depotextrakten zur spezifischen Immuntherapie mit Allergenen

24. Januar 2014

Die zunehmende Diskussion in der Öffentlichkeit um den Aluminiumgehalt in Allergenextrakten zur subkutanen Immuntherapie hat die zuständige Bundesbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut, zu einer aktuellen Stellungnahme veranlasst:

PEI-Stellungnahme Aluminium

http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/archiv-sicherheitsinformationen/2014/ablage2014/2014-01-21-sicherheitsbewertung-von-aluminium-in-therapieallergenen.html

Fazit:

Wissenschaftliche Daten lassen nicht auf eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch eine subkutane Immuntherapie mit aluminiumhaltigen Adjuvanzien schließen.

Eine spezifische Auswertung aller Nebenwirkungsmeldungen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Therapieallergenen von 1986 bis 2013 ergibt kein Sicherheitssignal.

Das allergene Potenzial von Aluminium ist sehr gering. Die derzeitige Datenlage lässt auch keine Erhöhung des Risikos erkennen, Allergien auf andere Stoffe zu entwickeln.

Der Beitrag einer Behandlung mit aluminiumhaltigen Therapieallergenen zur lebenslangen Akkumulation von Aluminium im Organismus ist im Vergleich zu anderen Quellen als gering einzustufen und erscheint vor dem Hintergrund des Nutzens für den Patienten vertretbar.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Aluminium-adjuvantierten Allergenen ist positiv. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen keine Gründe vor, die Praxis der Anwendung von zugelassenen Therapieallergenen, die mit Aluminium adjuvantiert sind, zu ändern.

 

Die DGAKI-Fachgesellschaft begrüßt diese Stellungnahme und empfiehlt, sich bei Anfragen zum Aluminium oder bei der Kommunikation mit betroffenen Patienten an der Argumentation und Risikoeinschätzung des Paul-Ehrlich-Institutes zu orientieren.


Veröffentlichung neuer Untersuchungsergebnisse zur Versorgung von Patienten mit allergischen Atemwegserkrankungen in Deutschland

19. November 2013

Die anhand einer umfassenden Patientenkohorte in der deutschen gesetzlichen Krankvenversicherung durchgeführte Studie zu allergischen Erkrankungen der Atemwege kommt zu nachdenklich stimmenden Ergebnissen.

Die von Janine Biermann, M.A. (Essen), Prof. Dr. med. Hans F. Merk (Aachen), Prof. Dr. med. Wolfgang Wehrmann (Münster), Prof. Dr. med. Ludger Klimek (Wiesbaden) und Prof. Dr. Jürgen Wasem (Essen) vorgestellte Studie verzeichnet einen Rückgang der Arztpraxen, die allergologische Leistungen erbringen und einen im Vergleich zur steigenden Anzahl allergischer Patienten sinkenden Anteil von Patienten, die eine spezifische Immuntherapie erhalten. Maßnahmen der spezifischen Immuntherapie können – frühzeitig angewendet – zu einer deutlichen  Reduktion der allergisch-bedingten Morbidität führen. Die in der Studie verzeichneten Entwicklungen lassen also zukünftig steigende Kosten für die Behandlung fortgeschrittener Erkrankungsstadien erwarten, die durch eine bessere Patientenversorgung vermeidbar wären.

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