Auf zu neuen Ufern – Allergologie 2012

1. Januar 2012

2012 hat begonnen – das Winterwetter noch nicht. Vorwitzige Wetterfrösche unken bereits über bevorstehende Pollenbelastungen, dabei ist nichts schwieriger als eine verlässliche langfristige Wettervorhersage. Praktizierende Allergologen haben ohnehin die aktuelle Wetterlage immer im Blick – falls nicht, verraten spätestens die ersten Baumpollenallergiker mit Symptomen in der Sprechstunde, dass die Allergenbelastung eingesetzt hat.

Interesse an Fortbildung im Neuen Jahr?

24. Mainzer Allergie-Workshop vom 22.-23.03.2012 in Mainz

Foto: Posterdiskussion mit DGAKI-Wissenschaftlern beim Mainzer Allergie-Workshop 2011

DIE deutsche “Pflichtveranstaltung” für Junior- & Seniorforscher mit Interesse an Allergologie/Immunologie. Hier werden die aktuellsten Ergebnisse der allergologischen Forschung von (Nachwuchs)wissenschaftlern präsentiert und diskutiert. Interdisziplinärer, wissenschaftlicher Austausch und neu geknüpfte Netzwerke sind der Motor für diesen einzigartigen Workshop im Hörsaal der Mainzer Universitäts-Hautklinik.

 

INTERESSIERT an der gesamten KLINISCHEN ALLERGOLOGIE, einschließlich wissenschaftlicher Neuheiten? Dann markieren Sie Ihren Kalender JETZT und melden sich umgehend an:

7. Deutscher Allergie-Kongress vom 11.-13.10.2012 in München

Dort erhalten Sie praxisnahe Fortbildung und aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Allergie. Verpassen Sie nicht die wichtigste deutsche Allergietagung, diesmal unter der Schirmherrschaft der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und ihrem Kongresspräsidenten Carl-Peter Bauer (zuversichtlich und voll im Bild).


Jenseits der rosaroten Brille:  Die aktuelle Situation für allergologisch arbeitende Ärzte ist nach wie vor in Deutschland alles andere als rosig. Abhängig von der Fachrichtung (Dermatologie, HNO, Pädiatrie, Pneumologie) werden Allergie-Diagnostik und -Therapie nicht mehr angemessen vergütet. Fehlende Kostendeckung und Entwertung allergologischer Leistungen haben eine fatale Spirale in Gang gesetzt: Die Allergologie gerät zum “Hobby” für Allergie-Spezialisten, die Ausbildung zum Allergologen verliert an Attraktivität und das Querschnittsfach Allergologie verkommt an den Universitäten zur Nebensache.

Die Folgen:  Betroffene finden immer weniger kompetente Beratung und Behandlung, suchen zunehmend Hilfe bei falschen Propheten und probieren nicht-gesicherte Methoden. Die Versorgung von Allergie-kranken Patienten ist langfristig gefährdet.

Andererseits:  Dank der Unterstützung durch forschungsinteressierte DGAKI-Mitgliedern ist es gelungen, die zukünftige Allergologie-/Immunologieforschung in Deutschland durch die Wahl kompetenter Gutachter bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu stärken.
Seit dem 01.01.2012 gilt die neue EBM-Zuschlagsziffer 30131 für jede weitere Injektion im Rahmen der subkutanen Hyposensibilisierung mit Allergenen. So können auch mehrere Injektionen am gleichen Tage (auch im Rahmen einer Cluster-Therapie) abgerechnet werden.
Die allergologischen Gesellschaften stehen im engen Austausch untereinander und mit vielen wichtigen Gremien der Gesundheitspolitik. Allerdings gilt auch 2012: “Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen”.

Wollen Sie sich engagieren und das Querschnittsfach Allergologie stärken? Werden Sie Mitglied in unserer wissenschaftlichen Fachgesellschaft oder im Berufsverband, dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), oder in der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Gestalten Sie gemeinsam mit den drei Allergieverbänden die Zukunft der Allergologie in Deutschland!

Auch wenn der Himmel vorübergehend grau aussieht – beginnen Sie das Jahr 2012 mit neuer Zuversicht!

Ihre DGAKI (verantwortlich: PD Dr. J. Kleine-Tebbe, Berlin)

Allergengehalt in Pollenextrakten ist zuverlässig messbar

16. Dezember 2011

Europäische Initiative prüft Methoden zur Allergenbestimmung

Der Allergengehalt in Präparaten zur Diagnostik und Therapie kann stark schwanken. Das wirkt sich direkt auf Testergebnisse und Behandlungserfolge aus. Nach jahrelanger Forschung ist ein Durchbruch bei der Allergenbestimmung in Pollenextrakten erzielt worden. Auf einer Konferenz des Europäischen Direktorats für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM) in Strasbourg stellten Wissenschaftler neue Methoden vor. Damit werden die wichtigsten Allergene in Birken- und Gräserpollen gemessen. Es handelt sich um Eiweißstoffe, auf die Allergiker überempfindlich mit lästigen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien reagieren.

Zur nachhaltigen Behandlung dient die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit Allergenpräparaten. Sie enthalten große Mengen vom Polleneiweiß, an die sich das Immunsystem bei wiederholter Gabe langsam gewöhnt. Allerdings ließen sich die Allergenextrakte bisher nicht vergleichen; zu unterschiedlich waren die verwendeten Einheiten, die in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut überwacht.

Jetzt können die Hauptallergene, z.B. Bet v 1 aus Pollen der Warzenbirke (wissenschaftliche Bezeichnung Betula verrucosa), zuverlässig bestimmt werden. Prof. Stefan Vieths, Vizepräsident vom Paul-Ehrlich-Institut und Beirat der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sieht darin einen Durchbruch: “Auf diesen Moment haben die Allergologen lange gewartet”. Sind die Tests erst Bestandteil des Europäischen Arzneibuches (European Pharmacopoeia) geworden, steht auf allen Birkenpollen- Präparaten der genaue Allergengehalt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Prof. Dr. Stefan Vieths, Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts
Paul-Ehrlich-Institut, Abteilung Allergologie
Paul-Ehrlich-Str. 51 – 59, D-63225 Langen
Tel (Sekretariat): 06103-772001

EDQM-Symposium zu Refererenz-Präparaten für Allergenprodukte in Strasbourg am 24.11.2011: Ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Angabe von Allergenen in Produkten für die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung).

Atemwegsreinigung bei Asthma über Nacht

13. Dezember 2011

Beschwerden durch schweres allergisches Asthma lassen sich im Schlaf behandeln: Eine europäische Studie belegt, dass die „inhalative Allergenvermeidung“ durch einen Luftreiniger am Bett wirksam und ohne Nebenwirkungen hilft. Die Behandlung beruht auf einer neuen schwedischen Technologie zur Allergenvermeidung und wurde klinisch getestet. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im renommierten Medizinfachjournal “Thorax“. An der Multi-Center-Studie nahmen Kinder und Erwachsene aus sechs Ländern teil.
Die getestete Behandlungsmethode vermindert deutlich den Allergengehalt in der Atemluft. So verbessern sich sowohl Beschwerden als auch die Lebensqualität der Patienten. Dank der allergenfreien Phasen kann sich der Patient während der Nacht erholen – mit positivem Effekt am nächsten Tag. Die Therapie mit dem neuartigen Medizinprodukt namens „Protexo“ zeigte nachweislich gute Behandlungserfolge für Patienten, die an einem ganzjährigen allergischen Asthma leiden und zum Beispiel gegen Hausstaubmilben, Katzen, Hunden oder Pilzsporen sensibilisiert sind. Kinderarzt Prof. Eckard Hamelmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), schätzt, dass bei mindestens fünf Prozent seiner Patienten mit ganzjährigem allergischen Asthma die Symptome fortbestehen: „Diese Patienten brauchen zusätzliche Behandlungswege, um ihre Symptome zu kontrollieren und häufige Anfälle zu vermeiden. Die neue Methode kann als begleitende Therapie sicher gute Dienste leisten.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)
Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 509-2611

24. Mainzer Allergie-Workshop: Forum für die Forschung

17. November 2011

Der 24. Mainzer Allergie-Workshop 2012
vom 22. bis 23. März 2012

Frühjahrstagung der DGAKI

“Pflichtveranstaltung” für Junior- & Seniorforscher mit Interesse an Allergologie/Immunologie