Allergologie Kompakt

Curriculare weiterbilding
26./27. Januar 2024 | online

36. Mainzer Allergie Workshop Frühjahrstagung der DGAKI

15./16. März 2024, Mainz

Allergie im Fokus

1. Pädiatrische Allergologie, 19./20. Januar, Berlin
2. United Airways - Rhinitis, Asthma, Nasenpolypen – State of the Art – 16./17. Februar 2024, Berlin

Weißbuch

Weißbuch Allergie in Deutschland

Herausgeber: 
Johannes Ring (DAAU)
Claus Bachert (DGAKI)
Carl-Peter Bauer (GPA)
Wolfgang Czech (ÄDA)

3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 358 S. 
Redaktionelle Bearbeitung: Petra von der Lage (MasterMedia, Hamburg)
Springer Medizin © Urban & Vogel GmbH, München 2010

ISBN 978-3-89935-245-0

Kurzbeschreibung:

Die stetige Zunahme allergischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten ist ein noch nicht vollständig verstandenes Phänomen, das von vielen als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet wird. Als chronische Erkrankungen schränken Allergien die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen erheblich ein und führen so zu deutlichen sozioökonomischen Belastungen.

Seit dem Jahr 2000 stellt das „Weißbuch Allergie in Deutschland“ die Versorgungssituation von Allergikern in Deutschland detailliert anhand der einzelnen Krankheitsbilder dar. Die jetzt erschienene 3. Auflage ist komplett überarbeitet und um einige Kapitel erweitert, wie zum Beispiel „Verbraucherschutz“, „Schulungsprogramme“, „Allergie im Internet“.

Die Herausgeber stehen jeweils für wichtige allergologische Organisationen, wie die Deutsche Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU), die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI), die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) und den Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA).
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 25.03.2010

Vorwort zur 3. Auflage

Allergische Erkrankungen betreffen in Deutschland ungefähr 20 – 30 Millionen Menschen, über die Hälfte der Bundesbürger sind bereits „sensibilisiert“, d. h., tragen Antikörper in sich, die bei Kontakt mit Allergenen aus der Umwelt irgendwann zur Krankheit führen können. Allergie kann deshalb mit Fug und Recht als eine „Volkskrankheit“ bezeichnet werden, von vielen wird sie als „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ apostrophiert. Dennoch erscheint Allergie nicht auf den Listen der wichtigen Krankheiten, wie sie von gesundheitspolitischen Gremien in Deutschland in den letzten 20 Jahren bekannt gegeben wurden und werden.

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts – vielleicht schon vor dem 2. Weltkrieg beginnend – haben Allergien in der Bevölkerung rapide an Häufigkeit zugenommen, ohne dass die Ursachen hierfür eindeutig geklärt wären. Eine Verbindung zum „westlichen Lebensstil“ hat sich aus vielen Studien ergeben. Dies war besonders eindrücklich in Deutschland 1989 und 1990 zu erfassen, als es durch die Wiedervereinigung zum ersten Mal möglich wurde, vergleichende epidemiologische Untersuchungen zur Häufigkeit von Asthma, Heuschnupfen und atopischem Ekzem (Neurodermitis) in den Ländern der früheren DDR vergleichend mit westdeutschen Bundesländern durchzuführen. Damals waren in den ostdeutschen Ländern deutlich weniger Kinder von Heuschnupfen und allergischen Atemwegserkrankungen betroffen als im Westen. Dieser Unterschied hat sich im Laufe der ersten zehn Jahre nach der Wiedervereinigung durch eine starke Zunahme von allergischen Erkrankungen in den neuen Ländern ausgeglichen, insbesondere bei nach 1991 geborenen Kindern.

Von vielen werden allergische Erkrankungen nicht ernst genommen und lediglich als „Befindlichkeitsstörungen“ bagatellisiert. Dies ist eine ungeheuerliche Missachtung des Leids vieler Betroffener und der Familien – man denke nur an kleine Kinder mit schwerer Neurodermitis, an die lebensbedrohliche Anaphylaxie und das schwere Asthma bronchiale, oder die Einschränkung der Lebensqualität bei Millionen von Rhinitispatienten.

Allergien sind chronisch bzw. chronisch-rezidivierend, bringen erhebliche Einschränkungen der Leistungsfähigkeit mit sich und führen zu großen sozio-ökonomischen Belastungen.

Es ist beschämend, dass in Deutschland, das zu Recht stolz auf die Organisation seines Gesundheitswesens ist, immer noch die meisten von einer Allergie betroffenen Menschen nicht angemessen versorgt werden. Dieser Skandal hat die wissenschaftlichen Fachgesellschaften bewogen, vor zehn Jahren die erste Auflage des „Weißbuch Allergie in Deutschland 2000“ zu verfassen, um auf die Dringlichkeit des Problems hinzuweisen.

Leider stellen wir zehn Jahre später in der Erarbeitung der nun dritten Auflage fest, dass sich zwar die Allergien weiter ausgebreitet haben, dass sie immer schwerere Erkrankungsformen und komplexere Krankheitsverläufe aufweisen, dass sie über das Kindesalter hinaus auch Erwachsene und ältere Menschen in zunehmenden Maße erfassen, ohne dass sich in der Struktur der Versorgung Wesentliches zugunsten der Betroffenen verändert hätte. Im Gegenteil müssen wir feststellen, dass sich in weiten Teilen Deutschlands die Situation durch die jüngsten Veränderungen im Gesundheitswesen dramatisch verschlechtert hat. Man kann ohne Übertreibung sagen: Mit den derzeitigen Erstattungsmöglichkeiten ist die sachgerechte Versorgung Allergie-kranker Menschen in Diagnostik, geschweige denn Therapie, in Deutschland unmöglich geworden.

Die dritte Auflage dieses Weißbuches wurde in sorgfältiger und langer Vorarbeit ganz erheblich überarbeitet und erweitert. Es haben 52 Autoren und 51 Kommentatoren aus ganz verschiedenen Bereichen der klinischen Fachgebiete, der theoretischen Forschung und der Versorgungsstrukturen einschließlich Vertretern der Patientenorganisationen zusammengearbeitet, um im engen Schulterschluss und mit einer Stimme auf die unverändert bestehenden Probleme hinzuweisen. Gleichzeitig sollen der aktuelle Stand des Wissens und die unleugbaren bereits erzielten Fortschritte dargestellt werden. Es werden auch konkrete Lösungsvorschläge für viele Probleme angeboten. 

Wir hoffen, dass das Weißbuch in seiner dritten Auflage dazu beiträgt, Verantwortliche in gesundheitspolitischen Entscheidungsgremien wachzurütteln, um die Situation der Betroffenen und ihrer Familien in Deutschland endlich entscheidend und langfristig zu verbessern. 

München, Krefeld, Bochum, Aachen im Juli 2009

Johannes Ring, Claus Bachert, Albrecht Bufe, Hans Merk
jeweils Präsidenten der Gesellschaften:
DAAU, DGAKI, GPA, ÄDA

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur 3. Auflage
Vorwort zur 2. Auflage
Einführung

Grundlagen und Epidemiologie

Allergie als Volkskrankheit
Immunologische Grundlagen
Genetik
Epidemiologie allergischer Erkrankungen: Prävalenzen und Trends in Deutschland
Sozioökonomische Bedeutung allergischer Erkrankungen

Umwelteinflüsse und Allergene

Allergien und Umwelteinflüsse
Allergene

Allergische Krankheitsbilder

Allergische Krankheitsbilder: Einführung
AnaphylaxieAllergien der oberen Atemwege
Allergisches Asthma bronchiale 
Berufsasthma
Exogen-allergische Alveolitis
Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
Kontaktdermatitis
Berufsdermatosen
Fotoallergische Reaktionen
Urtikaria (Nesselsucht)
Arzneimittel-Überempfindlichkeiten
Nahrungsmittelallergie
Allergisch bedingte Magen-Darm-Erkrankungen und
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Unspezifische Überempfindlichkeitssyndrome: „Öko-Syndrom“, Multiple
Chemikalien-Sensitivität (MCS)
Allergie und Psyche
Besonderheiten allergischer Erkrankungen bei Kindern

Versorgung allergiekranker Menschen

Management allergologischer Erkrankungen
Grundlagen der Allergiediagnostik
Allgemeines Behandlungskonzept von Allergien
Medikamentöse Behandlung (Pharmakotherapie)
Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
Ernährungstherapie bei Allergien und anderen Unverträglichkeiten
„Alternative“ Heilmethoden in der Allergologie
Prävention atopischer Erkrankungen
Hypoallergene Säuglingsnahrung
Rehabilitation
Patientenarbeit – Von der Selbsthilfe zur Patientenorganisation
Versorgungsstrukturen
Verbraucherschutz und Regulationsaspekte
Schulungsprogramme
Allergie-Information im Internet

Anhang

Anschriften der Autoren
Anschriften der Kommentatoren
Gesellschaften
Patientenorganisationen
Weiterführende Literatur

Register

 

Herausgeber, Autoren und Kommentatoren

Herausgeber

Johannes Ring, München,
Wolfgang Czech, Villingen-Schwenningen,
Claus Bachert, Gent,
Carl-Peter Bauer, Gaißach

Autoren

Matthias Augustin, Hamburg
Claus Bachert, Gent
Carl-Peter Bauer, Gaißach
Wolf-Meinhard Becker, Borstel
Heidrun Behrendt, München
Dietrich Berdel, Wesel
Gaby-Fleur Böl, Berlin
Kristine Breuer, Hamburg
Knut Brockow, München
Wolfgang Czech, Villingen-Schwenningen
Thomas Diepgen, Heidelberg
Walter Dorsch, München
Bernadette Eberlein, München
Thomas Fuchs, Göttingen
Peter Höger, Hamburg
Swen Malte John, Osnabrück
Michael Kabesch München
Jörg Kleine-Tebbe, Berlin
Ludger Klimek, Wiesbaden
Ursula Krämer, Düsseldorf
Rolf Merget, Bochum
Hans Merk, Aachen
Bodo Niggemann, Berlin
Dennis Nowak, München
Markus Ollert, München
Arnd Petersen, Borstel
Bernhard Przybilla, München
Uta Rabe, Treuenbrietzen
Martin Raithel, Erlangen
Imke Reese, München
Harald Renz, Marburg
Rainer Richter, Hamburg
Ernst Rietschel, Köln
Johannes Ring, München
Franziska Ruëff, München
Joachim Saloga, Mainz
Torsten Schäfer, Ratekau
Sabine Schnadt, Mönchengladbach
Gerhard Schultze-Werninghaus, Bochum
Jürgen Seidenberg, Oldenburg
Jan C. Simon, Leipzig
Doris Staab, Berlin
Rüdiger Szczepanski, Osnabrück
Regina Treudler, Leipzig
Dieter Vieluf, Borkum
Ulrich Wahn, Berlin
Andrea Wallrafen, Mönchengladbach
Bettina Wedi, Hannover
Wolfgang Wehrmann, Münster
Stephan Weidinger, München
Thomas Werfel, Hannover
Torsten Zuberbier, Berlin

Kommentatoren:

Xaver Baur, Hamburg
Andrea von Berg, Wesel
Karl-Christian Bergmann, Berlin
Kirsten Beyer, Berlin
Thomas Bieber, Bonn
Stephan C. Bischoff, Stuttgart
Randolf Brehler, Münster
Albrecht Bufe, Bochum
Roland Buhl, Mainz
Anja Constien, Würzburg
Ulf Gerrit Darsow, München
Peter Elsner, Jena
Axel Fischer, Berlin
Frank Friedrichs, Aachen
Peter J. Frosch, Dortmund
Uwe Gieler, Gießen
Martine Grosber, München
Bettina Hauswald, Dresden
Erhard Hölzle, Oldenburg
Thomas Holzhauser, Langen
Thomas Illig, Neuherberg
Lothar Jäger, Jena
Uta Jappe, Langen
Kirsten Jung, Erfurt
Alexander Kapp, Hannover
Jürgen Knop Mainz
Sibylle Koletzko München
Norbert Krug, Hannover
Claudia Kugler, München
Sonja Lämmel, Mönchengladbach
Ute Lepp, Stade
Marcus Maurer, Berlin
Günter Menz, Davos
Erika von Mutius, München
Oliver Pfaar, Wiesbaden
Monika Raulf-Heimsoth, Bochum
Wolfgang Rebien, Hamburg
Dietrich Reinhardt, München
Herbert Riechelmann, Innsbruck
Frank Riedel, Hamburg
Christiane Schäfer, Hamburg
Wolfgang Schlenter, Frankfurt
Axel Schnuch, Göttingen
Thomas Schwennesen, Hamburg
Stefan Vieths, Langen
Joh. Christian Virchow, Rostock
Martin Wagenmann, Düsseldorf
Josef Wenning, Villingen-Schwenningen
H.-Erich Wichmann, Neuherberg
Margitta Worm, Berlin

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